Endspiel Herren 40 plus

Verlorene Rückhand entscheidet Endspiel

Vor Geisterkulisse siegt Thomas Räuber gegen Arnim Purucker 6:4 / 6:0

Verkehrsstaus bedingt durch Bauarbeiten auf der Nordumgehung hatten die Veranstalter der Clubmeisterschaften bewogen das genaue Datum des Endspiels der Herren 40 geheim zu halten. Trotzdem fand sich eine zahlreiche Kulisse auf dem Platz ein (3 fröhlich „schoppentrinkende Herren Ü65 – es soll hier nicht verraten werden, dass es sich hierbei um die „Tennisveteranen“ Heinz Fass, Peter Esdorf und Helmut Jähnert handelte).

Es ist den beiden Endspielteilnehmern hoch anzurechnen, dass sie dieses Trinkgelage durch leise ausgeführte Schläge nur unwesentlich störten. Gefreut hat die Finalisten, dass die Unterhaltung des Stammtischs ebenfalls als äußerst moderat bezeichnet werden darf und die beiden Spieler durch gelegentlich zugeworfene Blicke der „Tennis-Gourmets“ durchaus temporäre Beachtung fanden.

Zum Glück war das Bier auch bald ausgetrunken und so waren bei 0 Zuschauern die Fanblocks gleichmäßig verteilt. Notwendig geworden war die Verlegung durch den runden Geburtstag von Arnim und den Besuch einer langjährigen kanadischen Freundin bei Thomas, auf den hier - wegen der gebotenen Kürze - leider nicht weiter eingegangen werden kann.

Ebenfalls an dieser Stelle soll erwähnt werden, dass sich die Nummer 1 der Herren 40, Matthias König, aus Angst vor der Spielstärke von Arnim und Thomas ängstlich ins Feld der Herren zurückgezogen hat. Hier sollte Matthias´ Drang zur Jugend in Zukunft kritisch begleitet werden

Vor dem Match wurde das obligate Endspielfoto erstellt, mit Rücksicht auf das fortgeschrittene Alter der Spieler sitzend auf der Bank. So konnten Arnim Purucker und Thomas Räuber relativ fit das Match aufnehmen

 

Beim vorher erfolgten Abgleich der Handicaps ergab sich ein deutliches „Übergewicht“ zu Gunsten von Arnim. Thomas wurde durch:

1) neue Schnürsenkel,
2) verlorenen Dämpfer und
3) gerissenen Saite des absoluten Lieblingsschläger

beim Einspielen schwerwiegend behindert.

Arnim konnte dagegen nur

1) eine „läppische“ Armverletzung vorweisen

und hatte natürlich auch noch den psychologischen Vorteil des gewonnenenDoppelendspiels im Rücken. Taktisch geschickt hatte er durch eine Verletzung des Gegners und vorzeitiges Ende des Spiels auch noch Kräfte sparen können.

Vor dem Spiel versuchte Arnim noch durch psychologische Mätzchen (15minütiges Aufwärmtraining) seinen Gegenüber zu beeindrucken, aber derdurch zahlreiche Medenspiele gestählte Kämpe Thomas ließ sich hiervon nicht blenden und zog gnadenlos sein konditionsschonendes Dehn- und Strechingprogramm durch. Hier muß noch einmal kurz auf die gerissene Saite und den notwendigen Schlägertausch eingegangen werden. Es ist psychologisch eindeutig nachgewiesen, dass ein solcher abrupter Verlust und damit einhergehender Wechsel eines langjährigen Partners bei einem 56-jährigen Hochleistungssportlern zu schwersten Depressionen führen kann. Bewundernswert wie sich Thomas aus diesem mentalen „Seelental“ herauskämpfte, auch wenn es den ganzen ersten Satz über dauerte.

Unter dem zärtlich die Konturen der Spieler umschmeichelnden Licht der untergehenden Sonne entwickelte sich das Endspiel zu einem Wechselbad der Gefühle. Bis zum 4:3 für Arnim wechselte die Führung ständig bevor Thomas dann beschloss keinen Tie-Break spielen zu wollen und Arnim dieses Vorhaben mit elegant ins Netz gespielten Bällen unterstützte. So endete der erste Satz mit 6:4. Arnims Trikot war zu diesem Zeitpunkt durch lange Ballwechsel und den ihn von einer auf die andere Seite hetzenden Thomas schon stark durchschwitzt. Beim Seitenwechsel standen die Bänke zum Glück weit genug auseinander, sodass keine geruchsmäßige Beeinträchtigung erfolgte. Auf Thomas Outfit zeigte sich nicht der geringste Feuchtigkeitseintrag, was aber wahrscheinlich mehr am gewählten überlegenen Trikotmaterial lag. Auch hier gilt es für Arnim schnellstens nachzubessern (eventuell Wechsel des Ausstatters) will er diese Lücke nicht größer werden lassen.

Und dann begann bei Arnim im zweiten Satz das Malheur. Hierzu der Spieler:„Auf einmal war sie weg. Ich weiß nicht wie, aber ich habe nach dem 4:6 meine Rückhand verloren“.Bei allem Mitgefühl für diese Unpässlichkeit muß man dem Spieler doch ein gewisses Mitverschulden anlasten. Gerade bei einem Endspiel muss manauf seine Rückhand besser aufpassen. Uneigennützig half Thomas seinem Gegenüber bei der Suche, aber trotz allen Bemühens konnte sie nicht wiedergefunden werden. Hier wäre es schon von Vorteil gewesen, wenn sicheinige Zuschauer an der Suchaktion hätten beteiligen könne, aber ...(siehe oben).

Für Arnim war dieser Verlust besonders schmerzlich, da am nächsten Abendseine Geburtstagsfeier (herzlichen Glückwunsch zum 50ten) stattfand under beim Zuprosten nur die Vorhand einsetzen konnte.Als fairer Sportsmann spielte Thomas im 2. Satz dann nur noch auf die Rückhand von Arnim, um ihm die Chance zum Wiederfinden zu geben. Bedauerlicherweise nutzte Armin dieses unterbreitete „Sportsmanship-Angebot“ nicht, sondern versteifte sich auf seine Rolle als Netzprüfer. Hier lag er am Ende eindeutig in Führung. Da hierfür nach den strengen Regeln des HTV jedoch keine Punkte vergeben werden dürfen, hieß es am Ende des 2.Satzes 6:0 für Thomas.

Ja, und das war´s dann auch schon.Beim freundschaftlichen Händedruck am Netz konnten die beiden Spieler amEnde noch einmal zeigen wie viel Eleganz und Grazie diesem Spiel innewohnt.Zum Schluß noch das objektive und unparteiische Urteil des „berichtschreibenden“ Mitspielers:Durch den Anfang der Woche plötzlich und jäh vollzogenen Sprung ins Lager der 50jährigen war die Freude über dieses Ereignis bei Arnim so groß, dass eine gezielte Matchvorbereitung kaum möglich war. Es hat sichgezeigt, dass der Besuch einer langjährigen kanadischen Freundin bei Thomas (mir) sich positiver auf das Spielverhalten ausgewirkt hat.So kam es, dass der 1,124 mal ältere Spieler am Ende glücklicher Sieger war. Ich denke jedoch, dass mit diesem Bericht die Leistungen von Arnim eine positive Würdigung erfahren haben, die ihm Kraft und Mut für die Zukunft geben sollten